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Gestaltung der Eingewöhnung im Krippenbereich

In unserem Haus führen wir die Transition „Familie - Kindertageseinrichtung" in der Krippe nach dem „Berliner Eingewöhnungsmodell" durch. Es steht für einen gelungenen und psychisch stressfreien Krippenstart und lässt sich wie folgt beschreiben:

Der eigentlichen Eingewöhnung eines Kindes geht ein Einführungsgespräch mit den Eltern voraus. Es dient dem gegenseitigen Kennenlernen, dem Informations-austausch und bietet Gelegenheit, noch offenen Fragen zu klären. Im Rahmen dieses Gesprächs erhalten die Eltern alle wichtigen, wissenswerten Details über die Krippe (Infobroschüre!). Für das pädagogische Personal wiederum ist es von großem Wert, etwas über die bisherigen Lebensgewohnheiten, Vorlieben etc. der einzelnen Kinder - die sich zumeist ja noch nicht verbal verständlich mitteilen können - zu erfahren.
Die Eingewöhnungszeit an sich beginnt mit Beginn der Betreuungsvertrages, also in der Regel im September mit Beginn eines neuen Kindergartenjahres und gliedert sich in drei Phasen:

1. Phase:

Hier wird das Kind von einer ihm vertrauten Person (in der Regel Vater oder Mutter) die ersten drei Tage während des Aufenthalts in der Krippe begleitet. Dieser dauert zunächst ca. 1 ½ Stunden/Tag. Rolle der Eltern ist es, durch ihre Anwesenheit ihrem Kind die Sicherheit zu geben, sich auf das Neue erfolgreich einlassen zu können. Sie verhalten sich jedoch passiv, so dass das Kind sich mit der neuen Umgebung vertraut machen und zur Erzieherin eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann.

Auch den Eltern bietet sich so die Möglichkeit, das Gruppengeschehen (Tagesablauf, Regeln, Spielmaterial etc.) kennen zu lernen und im gemeinsamen Austausch mit den Erzieher/innen eine von gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz geprägte Bildungs- und Erziehungspartnerschaft entstehen zu lassen.

2. Phase:

Ab dem vierten Tag verläuft die Eingewöhnungsphase individuell auf das jeweilige Kind abgestimmt. Erste kurze Trennungsversuche werden unternommen. Die Eltern bleiben aber stets in Rufnähe in unserer Einrichtung, um sofort für das Kind wieder da zu sein, falls dieses weint und sich nicht von der Erzieherin trösten lässt.

3. Phase:

In dieser Phase sollte die stabile Bindung zur Erzieherin hergestellt sein, so dass das Kind es schafft, allein eine längere Zeit in der Einrichtung zu verbringen.
Die Eingewöhnung ist dann erfolgreich abgeschlossen, wenn das Kind sich bei Problemen von der Erzieherin trösten bzw. beruhigen lässt.

Grundvoraussetzung einer qualitätsorientierten Transition ist die gestaffelte Aufnahme der Krippenkinder: nur so können sie in dieser sensiblen Zeit individuell begleitet werden. Insgesamt erstreckt sich die gesamte Eingewöhnungszeit im Krippenbereich über ca. 2 - 3 Wochen. Die Bereitschaft der Eltern, diese Zeit für ihr Kind zu investieren, ist eine unerlässliche Notwendigkeit.
Für die Kinder ist es hilfreich, vor allem in der ersten Zeit ein sog. Übergangsobjekt (Kuscheltier, Schmusetuch etc.) als vertraute Begleiter dabei zu haben.

Der Verlauf der Eingewöhnung wird durch das pädagogische Fachpersonal dokumentiert; in täglichen Tür- und Angelgesprächen werden den Eltern kurze Informationen bzgl. ihres Kindes gegeben. Ferner dienen weitere ausführliche Termingespräche der Kontaktpflege zwischen Elternhaus und Kinderkrippe.